Die Philippinen

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Flora & Fauna

Flora & Fauna

Da die Philippinen aus dem Meer emporgehoben wurden, waren die meisten Inseln niemals mit dem asiatischen Festland verbunden und haben deshalb eine eigene, einzigartige Flora und Fauna entwickelt. Selbst innerhalb des Landes waren viele Inselgruppen so lange voneinander isoliert, dass sich zwischen den einzelnen Arten erhebliche Unterschiede herausgebildet haben.

Zwei Inseln wurden vermutlich nicht durch die Kontinentaldrift aus dem Meer gehoben: Palawan und Mindoro. Man nimmt an, dass Palawan einst mit dem südchinesischen Festland verbunden war (weswegen sich Palawan recht deutlich von den anderen Landesteilen unterscheidet; seine Tier- und Pflanzenwelt ist eng mit derjenigen Borneos verwandt), ebenso das nördliche Drittel von Mindoro, während der südliche Teil von Borneo herüberdriftete.
Niedrige Meeresspiegel während verschiedener aufeinanderfolgender Eiszeiten ermöglichten zwischen einigen Inseln einen Austausch von Planzen- und Tierarten, während andere Inseln zu keiner Zeit miteinander verbunden waren.

Das Ergebnis dieser komplexen biogeographischen Geschichte ist eine einzigartige Planzen- und Tierwelt, die die Philippinen zu einem "Hot Spot" des Artenreichtums macht.
Auf den Philippinen existieren über 5.000 verschiedene Tierarten sowie 14.000 verschiedene Pflanzen. Darunter sind auch Wasserbüffel (Carabao), Papageien, Flughörnchen, Delfine, Krokodile, Schlangen, Koboldmakis, Manabo, Schildkröten, Echsen und andere.

Koboldmaki

Von den 556 Vogelarten des Landes kommen 44% ausschliesslich hier vor (endemisch), und bei den Säugetieren sind es sogar 111 von 180 Arten, d.h. 67%. Noch höher liegt die Zahl bei Reptilien, Amphibien und Pflanzen: Schätzungsweise 75% sind endemische Arten.

Abgesehen von der Vogelwelt wurde erst Ende der 90er Jahre damit begonnen, die Flora und Fauna systematisch zu studieren, mit dem Ergebnis, dass neue Arten hier schneller als in jedem anderen Land der Welt entdeckt werden (mit Ausnahme des flächenmässig viel grösseren Brasilien).

Die meisten Säugetiere sind relativ klein; vorherrschend sind Fledermäuse und Nagetiere, von denen einige extrem kleine Verbreitungsgebiete haben. Eines der wenigen grösseren Säugetiere ist der Tamaru, ein Zwergbüffel, der nur auf Mindoro vorkommt. Andere Säuger sind der Philippinenkoboldmaki, der kleinste Primat der Welt, und der Philippinen-Gleitflieger. Weiter gibt es unterschiedlich weit verbreitete Hirscharten sowie etliche Wildschweinarten.

Das eindrucksvollste aller endemischen Tiere des Landes ist zweifellos der Philippinenadler, der mit einer Grösse von mehr als einem Meter der zweitgrösste Adler der Welt ist (nur die südamerikanische Harpyie übertrifft ihn an Gewicht). Heute findet man ihn nur noch in den unzulänglicheren Wäldern von Nordluzon, Samar und Minadao.

Philippinenadler

Rund um die Küsten erstrecken sich Korallenriffe mit einer geschätzen Gesamtfläche von 34 000km2, die mehr als 450 identifizierten Korallen- und etwa 400 Fischarten beherbergen. Damit zählt die philippinische Riff-Fauna zu der artenreichsten der Welt.

Umweltschutz

Fast die gesamte Landflora und -fauna der Philippinen ist an ein Leben im Regenwald angepasst, und daher hängt ihr Überleben von der Existenz gesunder Wälder ab. Das Land hatte in den frühen 1930er Jahren als eines der ersten in Asien ein System von Schutzgebieten etabliert, aber die massiven Rodungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg begannen, schenkten den Parkgrenzen kaum Beachtung. In den späten 1980er-Jahren waren die alten Waldbestände auf geschätzte 24 000 km2 zusammengeschrumpft - weniger als 10% des Waldes, der vermutlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Philippinen bedeckte.

Mit über 7000 Inseln sind die Philippinen eines der artenreichsten Ökosysteme der Welt. Doch die Bevölkerung wächst sehr schnell und so führt der Siedlungsdruck zum Raubbau an den natürlichen Ressourcen. Der Zustand der philippinischen Umwelt hat sich so sehr verschlechtert, dass die Regierung darauf mit anspruchsvollen Umweltgesetzen reagierte. Diese Gesetze sollen den Regenwald ebenso schützen wie das Meer mit seinen Korallenriffen und den Fischen. Auch die Luft in den Städten soll sauberer werden, genau wie das Wasser und Abwasser. Bei der Abfallentsorgung stehen die Philippinen noch immer vor gewaltigen Problemen. Die Durchsetzung der Umweltgesetze ist noch nicht überall gewährleistet. Geothermische Energie wird auf den Philippinen bereits genutzt. Hier nimmt der Inselstaat eine führende Rolle in Südostasien ein.

Quelle: Nigel Hicks, Nationalparks der Welt: Philippinen, Könemann, Köln 2000.