Die Philippinen

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Bildungswesen

Das nach amerikanischem Vorbild konzipierte Bildungswesen besteht aus überwiegend staatlichen Primär- und Sekundarschulen und fast ausschliesslich privaten oder kirchlich betriebenen Colleges und Universitäten. Es herrscht allgemeine Schulpflicht bis zum 6. Grundschuljahr. Die Alphabetisierungsrate ist hoch, jedoch gibt es viele Schulabbrecher. Die staatlichen Schulen sind gekennzeichnet durch grosse Klassenstärken, Mangel an Schulbüchern und anderen Lehrmitteln und schlecht bezahlte Lehrer. Zu dem bei Amtseinführung von Präsidentin Macapagal-Arroyo verkündeten 10-Punkte-Programm gehören der Bau weiterer Schulen, deren bessere Ausstattung (Möblierung, Schulbücher) und Stipendien für arme Familien. Die Sekundarstufe I schliesst ab mit dem 10. Schuljahr. Bachelorstudiengänge dauern 4-5 Jahre, anschliessend kann nach weiteren 2 Jahren ein Masterabschluss erlangt werden. Die staatlichen Hochschulen geraten wegen knapper Budgets zunehmend ins Hintertreffen gegenüber privaten Hochschulen, welche sich über hohe Studiengebühren finanzieren. Selbst Familien der Mittelschicht können ihren Kindern nur unter grossen Anstrengungen ein Studium bezahlen.

Schwachpunkt ist weiterhin die berufliche Ausbildung, die hauptsächlich von privaten Einrichtungen und Institutionen betrieben wird. Dieser wichtige Bereich ist einer der Schwerpunkte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Englisch ist weit verbreitet als Geschäfts- und Amtssprache und ist auch Unterrichtssprache für einige Schulfächer und die meisten Studiengänge. Statistiken zufolge haben die Englischkenntnisse der Schulabgänger jedoch in den letzten Jahren abgenommen, was langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der philippinischen Gastarbeiter (vor allem in arabischen Golfstaaten, Taiwan, Hongkong) und im stark gewachsenen Dienstleistungssektors (zum Beispiel Call Centers) gefährden könnte.

Bildung, Wissenschaft, Technologie, Kunst, Kultur und Sport soll der philippinische Staat gemäss der Verfassung aus dem Jahr 1987 Priorität einräumen. Aufgrund der geographischen Gegebenheiten (über 7.100 Inseln) und der sprachlichen und ethnischen Vielfalt (Dutzende von Dialekten, Hauptsprache Tagalog für die meisten Filipinos Zweitsprache) wird die Förderung von Erziehung, Kunst und Kultur als wichtiges Element für die Herausbildung eines philippinischen Nationalbewusstseins gesehen. Wegen der Altersstruktur (2 von 3 Filipinos sind 25 Jahre und jünger) ist das allgemeinbildende Schulsystem von zentraler Bedeutung für die Entwicklung des Landes.

Quelle: Auswärtiges Amt, Deutschland